
Quelle: Text / Bilder aus der Online-Ausgabe der WP vom 13. April 2026 (Autor: Martin Haselhorst):
Eigentlich geht es nur um ein paar Meter. Etwas mehr als 200 Meter, auf denen auf dem Wiedmannsweg die vielen hier passierenden Lkw nur noch mit 30 Stundenkilometern am Rande des Ortes fahren dürfen, alle anderen Fahrzeuge aber noch mit 50 km/h. „Das ist für viele Bürger eine nur schwer nachvollziehbare Situation“, sagt Bezirksausschuss-Vorsitzender Richard Eickel (CDU). Er erzählt von einem Kampf gegen Windmühlen, einem gefährlichen Schulweg und einem seit Jahren diskutierten, aber nicht gelösten Problem.
Wer durch den Ort über den Wiedmannsweg in Richtung Freilichtbühne fährt, muss sich an Tempo 30 halten – egal, ob im Auto oder im großen „Brummi“. Hier sind zwei Fußgängerüberwege. Kurz vor Ende der nicht gut einsehbaren Kurve auf der ansteigenden Straße, gilt „Tempo 30“ nur noch für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen. Ein dritter Fußgängerweg, der unter anderem die Bushaltestelle und das oberhalb liegende Neubaugebiet Sternhelle verbindet, befindet sich hier an der Kreuzung zum Oelinghauser Weg. „Hier geht es um Schulwegsicherung“, sagt Richard Eickel.
„Geändert hat sich nichts“
Insbesondere die busfahrenden Kinder der weiterführenden Schulen müssten hier die Straße kreuzen. Seit Bezug des Neubaugebietes habe der Fußgängerverkehr hier deutlich zugenommen. Insbesondere die über Stiepeler Straße talwärts kommenden Fahrzeuge seien oft zu schnell.
„Es wird nach Aktenlage entschieden“, kritisiert Richard Eickel, „dabei braucht es nur etwas Mut.“ Und die Veränderung von drei Schildern, auf denen der 7,5 Tonnen-Hinweis entfernt wird. Dem Bezirksausschuss-Vorsitzenden ist klar, dass der Stadt hier die Hände gebunden seien, beklagt aber, dass ortsfremde Behörden die Lage bewerten, wo die Probleme doch vor Ort im Alltag erkennbar seien.
Tatsächlich äußert ein zuständiger städtischer Mitarbeiter in einem Schreiben an Richard Eickel „Verständnis für die geschilderte Gesamtsituation“ und verweist zugleich darauf, dass die Straßenverkehrsbehörde der Stadt „grundsätzlich weiterhin nicht einer Meinung mit Straßen NRW über die Reduzierung auf Tempo 30“ an dieser Stelle sei. Die Einwände der übergeordneten Behörde und der Polizei seien aber nachvollziehbar.

Eine Hoffnung aber wird gemacht: „Die Gesamtverkehrssituation wird bei der turnusmäßigen Verkehrsschau erneut überprüft und gegebenenfalls angepasst“, heißt es in dem Schreiben des Ordnungsamtes an Richard Eickel. Für den CDU-Politiker ist klar: „Für mich ist das Thema nicht abgeschlossen“, sagt er, „es darf nicht erst etwas passieren, bevor gehandelt wird. Gerade bei Schulwegen müssen wir vorbeugen und nicht reagieren.“
Weiteres Problem am Geldautomaten
Ein zweites Thema liegt dem Herdringer Ortspolitiker am Herzen: Die Haltesituation am Geldautomaten am Netto-Markt auf der Kreuzstraße gegenüber des Volksbank-Gebäudes. Hier hätte Richard Eickel gerne ein Halteverbot. Wenn hier kurz zum Geldabholen gehalten wird, ist der vom Wiedmannsweg herunterkommende Verkehr bei der Ausfahrt aus dem Nettomarkt nicht mehr zu sehen.
Auch in diesem Fall zeigen sich die Tücken des Straßenverkehrsrechts. Ein an dieser Stelle abgesenkter Bordstein lädt zwar quasi zum Halten auf dem Gehweg ein, ist aber de facto ein Parkverbot. „Das weiß aber doch keiner“, sagt Richard Eickel. Er wünscht sich eine zusätzliche Beschilderung, Sperrmarkierungen oder Sperrpfosten. Diese aber würde – wegen des abgesenkten Bordsteines und den Parkregelungen in Kreuzungsbereichen – als „Doppelmaßnahme“ gelten.
Die Straßenverkehrsbehörde der Stadt lehnt das ab.









